deutsch-türkische Geschichten

deutschsprachiger Blog über Themen rund um das deutsch-türkische Leben in Deutschland


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Kadir Amigo Memiş – „Meine Heimat sind meine Erinnerungen“

Lange habe ich nichts mehr gepostet in meinem Blog, viel zu lange! Der Grund dafür ist, dass ich seit einer Weile für http://www.renk-magazin.de, ein deutsch-türkisches Online-Magazin, schreibe. Da geht im Moment meine ganze Zeit für drauf, die ich neben Familie und freien Jobs noch fürs Schreiben reserviere. Aber ich gelobe Besserung und möchte mich ganz bald wieder neuen spannenden Themen widmen. Bis dahin hier erstmal eine Verlinkung zu meinem ersten Video-Porträt, das ich vor kurzem für renk. realisiert habe:

http://www.renk-magazin.de/kadir-amigo-memis/

Kadir tanzt seine Choreographie für renk.

Kadir tanzt seine Choreographie für renk.

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Generation Koffer – ein Tabu wird gebrochen

Gülcin Wilhelm: Generation Koffer

Gülcin Wilhelm: Generation Koffer

Spätestens seitdem ich selber Mutter bin, interessiere ich mich zunehmend für die erste Generation der hier lebenden Türkinnen und Türken, der Generation meiner eigenen Eltern. Diejenigen, die in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland zum Arbeiten kamen – und geblieben sind. Der Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (2010, Regie: Yasemin Samdereli) hat viel dazu beigetragen, dieser Generation ein „Gesicht“ zu geben, weil er die Geschichte dreier Generationen einer „typischen“ türkischen Einwandererfamilie auf eine sehr liebevolle Art und Weise erzählt. Aus der Sicht jener jungen Menschen, die damals ihre Heimat und ihre Familien verließen, um hier in Deutschland die Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen – anfangs für sich und später für ihre Kinder.

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Ein Jahr nach Gezi – Buchpremiere bei Dussmann

 

Cover_Gezi_kl

Vergangenes Wochenende jährten sich die Proteste um den Gezi-Park in Istanbul zum ersten Mal. Was im Frühsommer des letzten Jahres als friedliche Demonstration gegen die Abholzung der „grünen Lunge“ der türkischen Metropole begann, endete am 31.5.2013 in der gewaltsamen Räumung des Platzes durch die Polizei, bei der 8 junge Menschen ihr Leben verloren und Hunderte zum Teil schwer verletzt wurden. Der binooki Verlag hat 19 türkische Autoren und Autorinnen gebeten, von ihren persönlichen Erfahrungen in dieser Zeit vor Ort zu erzählen. Entstanden ist „Gezi – eine literarische Anthologie“, eine Sammlung von Essays, Erzählungen und Gedichten, begleitet von eindrucksvollen Bildern der Fotografin Selen Özer Günday.

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Die deutsche Ayşe – unsichtbare Türkin

„Die Deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume“

Ein Rechercheprojekt

am 30.4.2014 im Ballhaus Naunyn

„Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen“

Max Frisch

 

die deutsche Ayşe

Letzte Woche habe ich mir das Stück „Die deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume“ im Ballhaus Naunyn in Berlin-Kreuzberg angesehen. Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass es um ein Porträt von drei Türkinnen geht, die im Zuge des Anwerbeabkommens zwischen der BRD und der Türkei 1961 in den darauf folgenden Jahren nach Deutschland gekommen waren. Spätestens seit „Almanya – Willkommen in Deutschland“ interessiere ich mich für die Geschichten der ersten türkischen Einwanderer, die in den 1960er Jahren nach Deutschland kamen, einige Jahre vor meinen Eltern. Warum haben sie ihre Heimat verlassen? Welche Sehnsüchte hatten sie, welche Träume? Konnte Deutschland ihre Erwartungen erfüllen? Geschrieben und inszeniert wurde das Stück von dem Regisseur und Schauspieler Tuğsal Moğul, der 1969 als Sohn türkischer Einwanderer in Neubeckum/Westfalen geboren ist. Als Grundlage für sein Stück dienten Interviews, die er mit drei Frauen aus dem privaten Umfeld seiner Eltern führte, die zur ersten Einwanderer-Generation gehören. Er selbst nennt es ein „Rechercheprojekt“. Weiterlesen


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Waldorf in Alanya – die erste Waldorfschule der Türkei

Erste Klasse der Waldorfschule Alanya

Erste Klasse der Waldorfschule Alanya

« Çocuğu saygı ile karşılamak, sevgi içinde büyütmek,
özgürlük içinde bırakmak… »

„Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen…“

(Rudolf Steiner)

Ein Bericht über die erste Waldorf-Initiative in der Türkei/Alanya

Da meine beiden Kinder Waldorfeinrichtungen besuchen, beobachte ich seit einiger Zeit mit zunehmendem Interesse die noch sehr junge Waldorfbewegung in der Türkei. Aus meinen persönlichen Begegnungen mit dem staatlichen Schulsystem der Türkei weiß ich, dass dies noch immer sehr leistungsorientiert ist und lange Zeit fast schon militärischen Charakter hatte. Zu Beginn und am Ende der Woche Appell auf dem Hof, einheitliche Schuluniform und alles was zählt, sind gute Noten. Nach meinem Empfinden war es nur eine Frage der Zeit, bis die Waldorfpädagogik auch in der Türkei Fuß fassen würde. Allerdings fragte ich mich, wie diese doch recht christlich geprägte Pädagogik in einem muslimischem Land wohl umgesetzt werden würde. In der Zeitschrift „Erziehungskunst“ las ich vor einiger Zeit einen Artikel, in dem über die erste Waldorf-Initiative in der Türkei berichtet wurde. Weil ich mehr darüber erfahren wollte, nahm ich Kontakt zu dem Initiator Orhan Demirtaş auf, der so freundlich war, mir ein Interview zu geben. Weiterlesen


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Emrah Serbes über „Junge Verlierer“

Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, bin ich ein großer Fan des bikulturellen Verlags binooki. Die Schwestern Selma und Inci, die wie ich in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, verlegen türkische Gegenwartsliteratur auf deutsch, um damit die Kulturen ihrer beiden Heimaten zu verbinden. Der junge Verlag hat mit seiner Geschäftsidee hier in Deutschland offene Türen eingerannt und bereits 3 Preise kassiert, darunter den Kurt-Wolf-Förderpreis 2013. Einer der Autoren, deren Werke sie auf Deutsch verlegen, ist Emrah Serbes, der mit seinen 33 Jahren bereits zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Türkei zählt. Sein jüngstes Werk, der Erzählband „Erken kaybedenler“, ist 2009 in der Türkei erschienen und befindet sich dort mit bereits 50.000 verkauften Exemplaren in der 11. Auflage. Binooki hat das Buch nun unter dem Titel „Junge Verlierer“ für den deutschen Markt veröffentlicht und Emrah Serbes hierfür nach Berlin eingeladen. Weiterlesen


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Sancaklar Camii – Moschee der Moderne

Unterirdische Moschee in IstanbulDiese Woche habe ich zum ersten Mal von der Sancaklar-Moschee gelesen, die letztes Jahr in Büyükçekmece, einem Vorort von Istanbul, fertig gestellt wurde. Auf den ersten Blick hat diese moderne Moschee überhaupt nichts gemeinsam mit dem Bild, das ich von einer Moschee habe: Einem prunkvollen Bau mit reich verzierten, schmalen Minaretten, die hoch in den Himmel ragen, pompösen Kuppeln mit der goldenen Mondsichel oben drauf sowie großzügig angelegten, schattigen Innenhöfen mit orientalischen Rundbögen. Bisher entsprach mein Schönheitsideal von einer gelungenen Moschee jenem Bild, das die Sultane schufen, als sie diese imposanten Gotteshäuser zu Zeiten des osmanischen Reichs erbauen ließen. Weiterlesen